#1973 · Rechner für Recht & Compliance

Datenaufbewahrung: Audit-Stichprobenrechner

Dieser Rechner schätzt eine statistisch begründete Stichprobengröße für Audits oder Qualitätsprüfungen. Er nutzt eine Anteilsformel mit endlicher Populationskorrektur und macht transparent, wie Konfidenzniveau, tolerierte Fehlerspanne und erwartete Abweichungsquote die notwendige Stichprobe verändern.

Rechner

Stichprobenannahmen
Fälle
%
%
Wenn unbekannt, führt 50 % zur konservativsten Stichprobe.
%

So verwendest du diesen Rechner

  1. Trage die Größe der prüfbaren Grundgesamtheit ein.
  2. Wähle das gewünschte Konfidenzniveau.
  3. Definiere die maximal tolerierte statistische Fehlerspanne.
  4. Schätze die erwartete Abweichungsquote.
  5. Ergänze bei Bedarf eine Reserve für nicht auswertbare Fälle.

Formel

n₀ = z² × p × (1 − p) ÷ e²
n = n₀ ÷ [1 + (n₀ − 1) ÷ N]

N ist die Grundgesamtheit, z der z-Wert, p die erwartete Abweichungsquote und e die Fehlertoleranz. Anschließend wird eine optionale Reserve addiert und auf N begrenzt.

Was das Ergebnis bedeutet

Die berechnete Zahl ist eine statistische Planungsgröße für Anteilsprüfungen. Sie ersetzt keine fachliche Festlegung des Audit-Designs; insbesondere kann eine risikobasierte Stichprobe zusätzliche oder gezielt ausgewählte Fälle erfordern.

Die Formel setzt eine hinreichend zufällige Auswahl und eine binäre Bewertung wie „Abweichung ja/nein“ voraus. Für andere Audit-Ziele oder regulatorisch vorgeschriebene Stichprobenverfahren kann eine andere Methode nötig sein.

Beispielrechnung

Beispiel: Bei 10.000 Fällen, 95 % Konfidenz, 5 % Fehlertoleranz, 10 % erwarteter Abweichungsquote und 5 % Reserve ergibt sich eine Basis von rund 137 Fällen und eine Zielstichprobe von 144 Fällen.

Tipps für bessere Ergebnisse

  • Nutze 50 % erwartete Abweichungsquote, wenn du bewusst konservativ planen willst.
  • Dokumentiere die Auswahlmethode nachvollziehbar.
  • Erhöhe die Stichprobe, wenn einzelne Risikoklassen separat beurteilt werden müssen.
  • Vermeide eine rein bequeme Auswahl der leicht zugänglichen Fälle.
  • Trenne statistische Unsicherheit von fachlicher Wesentlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollte eine Audit-Stichprobe für datenaufbewahrung bei 95 % Konfidenz sein?

Die Größe hängt zusätzlich von Grundgesamtheit, Fehlertoleranz und erwarteter Abweichungsquote ab. Der Rechner kombiniert alle vier Größen.

Warum ist eine erwartete Abweichungsquote von 50 % besonders konservativ?

Bei einer Anteilsformel maximiert p × (1 − p) bei 50 % die Varianz und damit die erforderliche Stichprobe.

Wann wirkt sich die Größe der Grundgesamtheit kaum noch auf die Stichprobe aus?

Bei sehr großen Grundgesamtheiten nähert sich die Stichprobe der unendlichen Populationsformel; die endliche Korrektur wird dann klein.

Kann ich die berechnete Stichprobe risikobasiert statt zufällig ziehen?

Für statistische Aussagen sollte die Auswahlmethodik zur Formel passen. Risikobasierte Zusatzfälle können separat ergänzt werden.

Warum ist eine Reserve für unbrauchbare Stichproben sinnvoll?

Sie kompensiert Fälle, die wegen fehlender Unterlagen, Dubletten oder anderer Gründe nicht ausgewertet werden können.

Stichprobenparameter

ParameterWirkung
Höheres KonfidenzniveauErhöht die Stichprobe
Kleinere FehlertoleranzErhöht die Stichprobe deutlich
Endliche GrundgesamtheitKann die Stichprobe reduzieren

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