#1983 · Rechner für Recht & Compliance

Stichprobenrechner für E-Discovery-Audits

Dieser Rechner schätzt die statistisch erforderliche Stichprobengröße für einen E-Discovery-Audit. Er berücksichtigt die endliche Grundgesamtheit, das gewünschte Konfidenzniveau, die zulässige Fehlermarge und eine erwartete Abweichungsquote. Damit lässt sich der Prüfaufwand nachvollziehbar planen, ohne pauschale Prozentwerte für jede Aktenmenge zu verwenden.

Rechner

Audit-Parameter
Fälle
%
%

So verwendest du diesen Rechner

  1. Trage die Anzahl der prüfbaren Fälle in der Grundgesamtheit ein.
  2. Wähle das gewünschte Konfidenzniveau.
  3. Lege die maximal tolerierte Fehlermarge fest.
  4. Schätze die erwartete Abweichungsquote aus Vorperioden oder Pilotprüfungen.

Formel

n₀ = z² × p × (1−p) ÷ e²
n = n₀ ÷ (1 + (n₀−1) ÷ N)

Was das Ergebnis bedeutet

Die Stichprobengröße ist eine statistische Planungshilfe für Anteilswerte bei endlicher Grundgesamtheit. Ein höheres Konfidenzniveau oder eine kleinere Fehlermarge erhöht den Prüfaufwand. Eine sehr niedrige erwartete Abweichungsquote kann die Stichprobe verändern.

Statistische Stichproben ersetzen keine risikobasierte Auswahl. Besonders kritische, auffällige oder verpflichtend vollständig zu prüfende Fälle sollten zusätzlich gezielt einbezogen werden.

Beispielrechnung

Bei 25.000 Fällen, 95 % Konfidenz, 5 % Fehlermarge und 5 % erwarteter Abweichungsquote ergibt sich nach endlicher Populationskorrektur eine Stichprobe von rund 73 Fällen.

Tipps für bessere Ergebnisse

  • Nutze historische Abweichungsquoten oder ein Pilot-Sample statt einer frei erfundenen Quote.
  • Verkleinere die Fehlermarge nur, wenn der zusätzliche Prüfaufwand gerechtfertigt ist.
  • Ziehe Hochrisikofälle zusätzlich zur Zufallsstichprobe heran.
  • Dokumentiere Population, Ziehungsmethode und Ausschlüsse.
  • Runde die berechnete Stichprobe immer auf ganze Fälle auf.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollte eine Stichprobe für einen E-Discovery-Audit bei 95 Prozent Konfidenz sein?

Die Größe hängt zusätzlich von Grundgesamtheit, Fehlermarge und erwarteter Abweichungsquote ab. Der Rechner kombiniert diese Parameter mit einer Korrektur für endliche Populationen.

Warum verändert die erwartete Abweichungsquote die Audit-Stichprobe?

Die Varianz eines Anteils hängt von der erwarteten Quote ab. Dadurch verändert sich die statistisch erforderliche Stichprobengröße.

Wann brauche ich die Korrektur für eine endliche Grundgesamtheit?

Sie ist sinnvoll, wenn die berechnete unendliche Stichprobe im Verhältnis zur tatsächlich verfügbaren Population nicht vernachlässigbar klein ist.

Kann ich eine risikobasierte Auswahl mit der statistischen Stichprobe kombinieren?

Ja. Die statistische Stichprobe kann die repräsentative Komponente bilden, während zusätzlich gezielt Hochrisiko- oder Auffälligkeitsfälle geprüft werden.

Warum wird die berechnete Stichprobengröße aufgerundet?

Audits prüfen ganze Fälle. Deshalb wird ein rechnerischer Dezimalwert auf die nächste ganze Fallzahl aufgerundet, damit die geplante Mindestgröße nicht unterschritten wird.

Stichprobenparameter

KennzahlBedeutung
NGröße der endlichen Grundgesamtheit.
zz-Wert des gewählten Konfidenzniveaus.
pErwarteter Anteil von Abweichungen.
eZulässige absolute Fehlermarge.

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