#2010 · Rechner für Recht & Compliance

Risikoexpositionsrechner für Barrierefreiheit

Dieser Rechner modelliert die finanzielle Risikoexposition für digitale Barrierefreiheits-Compliance anhand frei gewählter Szenarioannahmen. Er kombiniert potenziellen finanziellen Schaden, Eintritts- und Feststellungswahrscheinlichkeit, Kontrollminderung sowie Behebungskosten. Aktuelle gesetzliche Bußgeldhöhen werden bewusst nicht vorgegeben. So lässt sich ein intern dokumentiertes Risiko- und Kontrollszenario vergleichen, ohne einen Rechtsanspruch oder eine Prognose zu suggerieren.

Rechner

Risikoszenario
Eigene Szenarioannahme; kein gesetzlicher Höchstbetrag.
%
%
Zum Beispiel durch Audit, Beschwerde, Aufsicht oder interne Kontrolle.
%
Geschätzter Minderungsfaktor durch bestehende Kontrollen und Reaktion.

So verwendest du diesen Rechner

  1. Einen finanziellen Maximalschaden für das eigene Szenario festlegen.
  2. Eintritts- und Feststellungswahrscheinlichkeit getrennt schätzen.
  3. Die nachweisbare Risikominderung durch Kontrollen eintragen.
  4. Zusätzliche Behebungs- und Rechtskosten ergänzen.
  5. Brutto- und Residualexposition als Szenariowerte vergleichen.

Formel

Brutto-Exposition = (Szenarioschaden + Behebungskosten) × Eintrittswahrscheinlichkeit × Feststellungswahrscheinlichkeit
Residualexposition = Brutto-Exposition × (1 − Risikoreduktion)

Was das Ergebnis bedeutet

Die Hauptzahl ist der modellierte Residual-Erwartungswert nach Berücksichtigung des angegebenen Kontrollminderungsfaktors. Sie eignet sich für Szenariovergleiche, nicht als Vorhersage einer realen Sanktion.

Keine Rechtsberatung und keine Bußgeldprognose. Verwende nur intern begründbare Annahmen und prüfe regulatorische Auswirkungen für die konkrete Rechtsordnung separat.

Beispielrechnung

Beispiel: 250.000 € Szenarioschaden + 40.000 € Behebungskosten, 8 % Eintritt, 60 % Feststellung und 35 % Kontrollminderung ergeben 13.920 € Brutto-Erwartungswert und rund 9.048 € Residualexposition.

Tipps für bessere Ergebnisse

  • Dokumentiere Quelle und Datum jeder Wahrscheinlichkeitsannahme.
  • Rechne optimistisches, Basis- und Stressszenario getrennt.
  • Verwende keine Kontrollminderung ohne nachweisbare Wirksamkeit.
  • Trenne regulatorische, operative und Reputationsfolgen, wenn sie unterschiedlich bewertet werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie schätze ich die finanzielle Risikoexposition bei digitale Barrierefreiheits-Compliance, ohne einen gesetzlichen Bußgeldwert fest vorzugeben?

Lege ein eigenes plausibles Schadensszenario fest und kombiniere es mit dokumentierten Wahrscheinlichkeitsannahmen. Der Rechner verwendet keine gesetzlich fixierten Beträge.

Warum wird Eintrittswahrscheinlichkeit mit Feststellungswahrscheinlichkeit multipliziert?

Das Modell trennt das Auftreten eines relevanten Verstoßes von der Wahrscheinlichkeit, dass er in einem risikowirksamen Kontext festgestellt wird. Diese Vereinfachung sollte nur genutzt werden, wenn die beiden Annahmen sinnvoll getrennt geschätzt werden können.

Wie soll ich die Risikoreduktion durch Kontrollen festlegen?

Nutze interne Kontrolltests, Audit-Ergebnisse oder Szenariovergleiche. Ohne belastbare Evidenz sollte der Minderungsfaktor konservativ gewählt und als Annahme dokumentiert werden.

Warum werden Behebungs- und Rechtskosten zum Szenarioschaden addiert?

Ein Compliance-Ereignis kann neben einer formellen Sanktion operative, technische und rechtliche Folgekosten verursachen. Der Rechner erlaubt, diese als separaten Szenariobaustein einzubeziehen.

Kann der Residualwert als erwartetes tatsächliches Bußgeld verwendet werden?

Nein. Der Residualwert ist ein interner Modellwert für Risikoentscheidungen. Tatsächliche Sanktionen und Schäden hängen vom konkreten Sachverhalt, Recht, Verfahren und weiteren Faktoren ab.

Risikobausteine

BausteinBedeutung
SzenarioschadenEigene finanzielle Auswirkungsannahme
WahrscheinlichkeitenEintritt und relevante Feststellung
KontrollminderungGeschätzte Reduktion des modellierten Risikos

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