#682 · Rechner für KI & Technologie

LLM-Inferenz-Latenzkapazitäts-Rechner

Schätze, wie viele interaktive LLM-Anfragen eine Inferenzumgebung bei gegebener Parallelität verarbeiten kann. Der Rechner zerlegt die Antwortzeit in Prompt-Verarbeitung und Token-Generierung, leitet daraus die theoretische Kapazität pro Minute ab und vergleicht die geschätzte Latenz mit einem Zielwert. Er eignet sich für grobe Sizing- und SLA-Planungen vor detaillierten Lasttests.

Rechner

Latenz- und Parallelitätsannahmen
Tokens
Tokens
Tokens/s
Effektive Prompt-Verarbeitung pro parallelem Slot.
Tokens/s
Effektive Generierungsgeschwindigkeit pro Antwort.
Anfragen
s
Gewünschte maximale Antwortzeit.

So verwendest du diesen Rechner

  1. Schätze Eingabe- und Ausgabetokens einer typischen Anfrage.
  2. Trage gemessene oder erwartete Prefill- und Decode-Raten ein.
  3. Setze die gleichzeitig bediente Anfragezahl.
  4. Gib dein Latenzziel an.
  5. Nutze Ergebnis und Zielabstand als Ausgangspunkt für Lasttests.

Formel

Latenz ≈ Eingabetokens ÷ Prefill-Rate + Ausgabetokens ÷ Decode-Rate
Kapazität/min ≈ Parallelität × 60 ÷ Latenz

Was das Ergebnis bedeutet

Die geschätzte Antwortzeit ist eine vereinfachte Servicezeit ohne Queueing, Netzwerk und Scheduling. Die Kapazität zeigt, wie viele Anfragen pro Minute bei dauerhafter Auslastung theoretisch möglich sind.

Reale LLM-Systeme teilen GPU-Ressourcen dynamisch. Continuous Batching, KV-Cache, Speicherdruck und Queueing können die gemessene Latenz deutlich verändern.

Beispielrechnung

Mit 1.000 Eingabetokens bei 5.000 Tokens/s Prefill und 250 Ausgabetokens bei 80 Tokens/s Decode ergibt sich rund 3,33 s Servicezeit. Bei 16 parallelen Anfragen entspricht das theoretisch etwa 288 Anfragen pro Minute.

Tipps für bessere Ergebnisse

  • Verwende gemessene Raten derselben Modell-, Quantisierungs- und Hardwarekonfiguration.
  • Plane nicht dauerhaft mit 100 % theoretischer Kapazität.
  • Teste getrennt nach kurzen und langen Prompts.
  • Berücksichtige Queueing unter Spitzenlast zusätzlich.
  • Miss Time-to-First-Token und Inter-Token-Latenz separat, wenn Nutzererlebnis entscheidend ist.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die reale LLM-Antwortzeit höher als die berechnete Servicezeit?

Netzwerk, Queueing, Scheduler, Continuous Batching und Speicherdruck sind in der vereinfachten Formel nicht enthalten.

Welche Geschwindigkeit soll ich für Prefill und Decode eintragen?

Verwende möglichst Messwerte deiner konkreten Modell-, GPU-, Quantisierungs- und Serving-Konfiguration.

Wie beeinflusst mehr Parallelität die LLM-Latenzkapazität?

Mehr Parallelität erhöht die theoretische Anzahl gleichzeitig bedienter Anfragen, kann aber bei gemeinsam genutzten GPUs die Einzellatenz verschlechtern.

Kann ich mit diesem Rechner ein LLM-SLA dimensionieren?

Er liefert eine erste Kapazitätsschätzung. Für belastbare SLA-Aussagen sind Lasttests mit realer Anfrageverteilung erforderlich.

Wie berücksichtige ich lange Ausgaben bei der Latenzplanung?

Erhöhe die Ausgabetokens oder berechne mehrere Szenarien. Bei autoregressiver Generierung wächst die Decode-Zeit näherungsweise linear mit der Ausgabelänge.

Planungsübersicht

DimensionVerwendung
Primärer WertKapazitäts- oder Kostenentscheidung
SekundärwertePlausibilitätsprüfung und Skalierung
AnnahmenMit Produktionsmesswerten regelmäßig aktualisieren

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